Gewinnen AI-Assistenten künftig die Hotelsuche?
Wer heute eine Reise plant, beginnt meist mit einer Google-Suche oder auf einer Buchungsplattform.
Doch auf der ITB Berlin 2026 wurde in mehreren Diskussionen deutlich: Dieser Einstiegspunkt beginnt sich zu verschieben.
Immer mehr Reisende formulieren ihre Wünsche direkt in AI-Systemen – etwa in Chatbots oder Sprachassistenten. Statt einzelner Suchbegriffe entstehen komplette Fragen:
„Ich suche ein ruhiges Berghotel in der Schweiz mit guter Küche und Wanderwegen direkt vor der Tür.“
Solche Anfragen lassen sich mit klassischen Suchmaschinen nur schwer beantworten. AI-Systeme können sie dagegen interpretieren und passende Hotels vorschlagen.
Die Reiseplanung verschiebt sich nach vorne
Auf dem ITB-Panel „Winning the Decision Layer: What AI Changes for Hotel Distribution“ beschrieb Sanjay Vakil, CEO von DirectBooker, diese Entwicklung sehr klar:
„AI is already moving travel planning upstream. Travellers are asking longer and more nuanced questions than traditional search ever allowed.“
(Sanjay Vakil, ITB Berlin Panel)
Damit verschiebt sich die eigentliche Entscheidung über ein Hotel immer stärker in die frühe Phase der Reiseplanung. Noch bevor ein Gast eine Plattform öffnet oder konkrete Hotels vergleicht, kann ein AI-System bereits Vorschläge machen.
In der Branche wird diese Ebene zunehmend als „Decision Layer“ bezeichnet – also der Moment, in dem aus vielen Möglichkeiten eine konkrete Auswahl entsteht.
Welche Rolle spielen Plattformen künftig?
Diese Entwicklung bedeutet nicht automatisch, dass Plattformen wie Booking oder Expedia verschwinden. Aber sie verändert die Reihenfolge der Entscheidungsprozesse.
Wenn ein AI-System eine Reise plant, kann es sowohl einzelne Hotels als auch Plattformen empfehlen. Entscheidend ist, welche Informationen es über ein Hotel findet und wie gut diese strukturiert sind.
Auch Uta von Dietze, Vice President Commercial Performance EMEA bei Wyndham Hotels & Resorts, betonte auf dem Panel, dass sich Hotels deshalb stärker mit ihren eigenen Daten beschäftigen müssen.
AI-Systeme greifen auf viele Quellen zurück:
- Hotel-Websites
- Buchungsplattformen
- Google Business Profile
- Bewertungen
- redaktionelle Inhalte
Je klarer und konsistenter diese Informationen sind, desto leichter kann ein AI-System ein Hotel einer konkreten Anfrage zuordnen.
Was das konkret für Hotels bedeutet
Viele Hotels gehen davon aus, dass sie für AI-Suchen komplett neue Technologien benötigen. Die Diskussionen auf der ITB zeigen jedoch ein anderes Bild.
In vielen Fällen geht es zunächst um etwas sehr Grundlegendes: klare Informationen über das eigene Haus.
AI-Systeme versuchen zu verstehen:
- Welche Art von Hotel ist das?
- Für welche Gäste eignet es sich?
- Was macht es besonders?
- Welche Aktivitäten gibt es in der Umgebung?
Wenn diese Informationen eindeutig vorhanden sind, können Hotels auch in AI-basierten Empfehlungen auftauchen.
Was Hotels heute tun können
Viele Verbesserungen lassen sich bereits mit bestehenden Systemen umsetzen – ohne neue Tools oder große Investitionen.
- Website prüfen: Sind Lage, Atmosphäre, Zielgruppen und Besonderheiten klar beschrieben?
- Google Business Profile pflegen: Sind Kategorien, Beschreibungen und Fotos vollständig?
- Plattformprofile vergleichen: Stimmen Informationen auf Website, Google und Buchungsplattformen überein?
Viele Hotels verfügen bereits über die nötigen Informationen – sie sind nur oft auf verschiedene Systeme verteilt oder unterschiedlich formuliert.
Gerade im Hinblick auf AI-Suchen wird es immer wichtiger, diese Daten konsistent und verständlich aufzubereiten.
Eine neue Ebene der Hotelsuche
Die Hotelsuche verändert sich derzeit nicht abrupt, sondern schrittweise. Google, Plattformen und Hotelwebsites bleiben wichtige Bestandteile der Distribution.
Doch AI-Systeme schaffen eine zusätzliche Ebene der Entscheidungsfindung – und genau dort wird in Zukunft ein Teil der Sichtbarkeit entstehen.
Viele Hotels können sich darauf bereits heute vorbereiten, indem sie ihre bestehenden Systeme besser strukturieren.
Teil der Serie:
AI, GEO und die Zukunft der Hotelsuche
Dieser Beitrag gehört zu einer Artikelserie über AI-Suche, neue Distributionswege und die Frage, wie Hotels ihre digitale Sichtbarkeit mit bestehenden Mitteln verbessern können.
Praxis-Check für Hotels
Viele Themen aus den ITB-Diskussionen lassen sich bereits heute praktisch umsetzen. Oft reicht es, bestehende Systeme besser zu strukturieren – etwa Website, Buchungsstrecke oder Plattformprofile.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Hotel aktuell für AI-basierte Hotelsuchen aufgestellt ist, können wir das gemeinsam kurz prüfen.
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Autor: Marcus Strudel, Beratung für Hotelmarketing, Distribution und digitale Sichtbarkeit.
